St. Martin v. Tours

Der Namenspatron: St. Martin v. Tours

Unser Organisationslogo ist ein Ordenskreuz in dessen Mitte die berühmte Szene zu sehen ist, in der der heilige Martin seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Diese legendäre Geschichte kennt fast jeder, Martin von Tours aber hat es wirklich gegeben.

Lernen Sie diesen ungewöhnlichen Mann etwas genauer kennen:

Martin von Tours, geboren 317 als Martinus, wuchs als Sohn eines römischen Tribunen in Pannonien im heutigen Ungarn auf. Die Jugend verbrachte er in Pavia, der Heimat seines Vaters in Ober-Italien, wo er erstmals mit dem Christentum in Berührung kam. Widerwillig beugte Martinus sich dem Gebot das Vaters, der selbst als Militärtribun diente, und schlug eine Militär-Laufbahn ein. Im Alter von 15 Jahren wurde er zur Leibwache des Kaisers Konstantin II. nach Mailand eingezogen (Schola Palatina), welches zu der Zeit die Residenz der westlichen römischen Reichshälfte war. Während Kämpfen zwischen Römern und Alamannen in Gallien, dem heutigen Frankreich und später auch jenseits des Rheins, in denen Martinus unter Julian diente, vertiefte sich sein Glaube. Vor einer Schlacht im heutigen Worms verweigerte Martinus den Dienst und bat um Entlassung aus dem Armeedienst. Dies wurde ihm lange verweigert und so wurde er erst nach Ableistung seiner 25jährigen Dienstzeit im Alter von 40 Jahren von Julian aus dem Heerdienst entlassen. Dies geschah im Jahre 356 n.Chr.

Nachdem er einige Zeit bei Hilarius, dem Bischof von Poitiers, gelernt hatte, zog er sich als Einsiedler auf die Insel Gallinaria vor der norditalienischen Küste (in der Nähe vonGenua) zurück. Bald aber folgtem ihm viele Anhänger, sodass er dieses Leben wieder aufgab. Er reiste zu seiner Mutter nach Pannonien, die er zum christlichen Glauben bekehren konnte. Anschließend begab er sich erneut nach Gallien. Dort errichet er in Ligugé das erste Kloster des Abendlandes. Im Jahre 375 n.Chr. errichtet er in der Nähe von Tours das Kloster Marmoutiers. Schon früh lernte er den Bischof von Le MansLiborius kennen (dessen Reliqien heute im Dom zu Paderborn ruhen), mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Martin war es, der später dem sterbenden Liborius im Juni 397 n.Chr. die letzte Ölung spendete.

Der Heilige Martin teilt seinen Mantel (Höchster Schloss, Frankfurt am Main)

Martin war Bindeglied zwischen Rom und dem Frankenreich. Er verkörperte als asketischerMönch das spätantikeIdeal eines Bischofs oder Priesters.

Als Nothelfer und Wundertäter wurde Martin schnell in der gesamten Touraine bekannt. Am 4. Juli372 wurde er zum Bischof von Tours geweiht. Statt in der Stadt zu leben, wohnte er lieber in den Holzhütten vor der Stadtmauer, wo aber schon zu seinen Lebzeiten das Kloster Saint-Martin de Ligugé entstand.

Als Martin als Bischof von Tours in Trier weilte, klagten die Gegner des häretischen Bischofs Priscillian von Ávila diesen in Trier vor dem Kaiser Magnus Maximus an. Auf Betreiben Martins beendete Maximus den Prozess, ließ ihn aber nach der Abreise Martins aus Trier wieder aufnehmen und Priscillian385 zum Tode verurteilen. Als Martin von der Hinrichtung erfuhr, protestierte er bei Kaiser Maximus ebenso wie Ambrosius von Mailand und Siricius von Rom scharf gegen dieses Vorgehen.

Als Martin 386 nach Trier kam, um sich bei Maximus für zwei Anhänger des 383 getöteten Kaisers Gratian einzusetzen, verweigerte er den Bischöfen um Ithacius, die die Verurteilung Priscillians betrieben oder gebilligt hatten, die eucharistische Gemeinschaft. Auf Drohungen des Kaisers, mit der Verfolgung der priscillianischen Gruppen als auch rechtgläubiger mit Martin verbundener asketischer Gruppen zu beginnen, ließ Martin sich bewegen, die eucharistische Gemeinschaft mit den beteiligten Bischöfen zumindest während der Bischofsweihe des Trierer Bischofs Felix wieder aufzunehmen.

Am 8. November 397, im gesegneten Alter von etwa 81 Jahren, stirbt Martin auf einer Visite in Candes, einer Stadt seines Bistums. Er wird am 11. November in Tours unter ungeheurer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Der Heilige Martin wird der erste Heilige der keinen Märtyrertod gestorben ist. Der Tag seiner Verehrung wurde auf den 11. November festgelegt.

Simone Martini: Das Begräbnis des hl. Martin

Überlieferung

Um das Jahr 338 war Martin als Soldat in Amiens stationiert und zwar in der Reiterei der Kaiserlichen Garde. Sie trugen Metallpanzer, Kammhelm, Schild, Schwert und über allem die Chlamys, einen weißen Überwurf aus zwei Teilen, der im oberen Bereich mit Schaffell gefüttert war (der besagte Mantel). An einem Tag im Winter begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. Außer seinen Waffen und seinem Militärmantel – damals kaum mehr als eine rechteckige Decke – trug Martin nichts bei sich. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht sei ihm dann im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte. s. hierzu auch das Zitat „Was Du einem meiner geringsten getan hast, hast du mir getan.“

Auch eine große Zahl von Wundern sind von Martin überliefert, beispielsweise jene, dass er Tote wieder lebendig machte. Vor allem aber wurde er als aufrichtiger und barmherziger Mann bekannt, der durch seine unkonventionelle Art seine Zeitgenossen immer wieder in Erstaunen versetzte.

Eine weitere Überlieferung besagt, dass Martin im Jahr 371 in der Stadt Tours von den Einwohnern zum Bischof ernannt werden sollte. Martin, der sich angeblich nicht der Bischofsmitra würdig empfand, versteckte sich in einem Gänsestall. Die aufgeregt schnatternden Gänse verrieten aber seine Anwesenheit, und er musste das Bischofsamt annehmen. Davon leitet sich der Brauch der „Martinsgans“ ab.

Der Heilige Martin wird entweder als römischer Soldat (auf dem Pferd) dargestellt, während er seinen Mantel teilt, oder er wird als Bischof mit den ikonografischen AttributenRad oder Gänse abgebildet..

Kathedrale von Tours

Verehrung

Er wurde wegen seines heroischen Lebens heilig gesprochen, der Frankenkönig Chlodwig (482 – 511) erhob Martin zum Nationalheiligen und Schutzherrn der fränkisch-merowingischen Könige.

Der Mantel des Hl. Martin (lat. cappa) gehörte zum Kronschatz der merowingischen Könige und reiste mit ihrem Hofvon Aufenthaltsort zu Aufenthaltsort. Aufbewahrt wurde sie häufig in kleineren als Kirchenraum dienenden Räumlichkeiten, die danach auch als Kapellen benannt wurden. Die die Cappa begleitenden Geistlichen, die Kapellane, nahmen, da sie lesen und schreiben konnten, neben ihren seelsorgerischen Pflichten auch das Amt der Hof- und Urkundenschreiber wahr. Daraus erklärt sich auch der Name Hofkapelle für die königliche Kanzlei des Frankenreiches.

Martin ist der Landespatron des Burgenlandes, Patron der Stadt Mainz und des Sankt Martin Ordens.

Der Martinstag wird am 11. November, dem Tag der Grablegung des heiligen Martin, in vielen Gebieten mit Umzügen und anderem Brauchtum begangen. Er lebt fort im Gedächnis der Gläubigen, in vielen schönen Traditionen und nicht zuletzt in der tätigen Nächstenliebe desSankt Martin Ordens.

Nach über 1500 Jahren ist er immer noch ein Vorbild für alle Menschen guten Willens…

Teilweise aus wikipedia übernommen, M.Wehrmann ist Mitautor des Orginalartikels

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